Der große kleine Bruder

Heute geb es eine kleine Verstärkung in meinem Pixelsammlerteam. Zur inzwischen fast sechs Jahre alten Sony NEX5N kommt eine A6000 hinzu. Auffällig ist auf jeden Fall der Größenunterschied. Die A6000 ist länger, breiter und auch dicker als die NEX5N. Das schafft Platz für einen (elektronischen) Sucher, einen Aufklappblitz, einen normalen Blitzschuh und die beiden Drehrädchen. Der Filmknopf wandert auf die Seite.

Kabelsalat

Kabelsalat

Der von mir vor kurzem gekaufte USB-Tester (DROK® USB Multimeter Voltmeter Amperemeter Universal 3.2-10V 3A ) liefert immer mal wieder interessante Erkenntnisse. Heute zum Beispiel konnte die Rolle des Kabels beim Laden über den USB-Anschluss ermittelt werden. Der „Versuchsaufbau“ besteht aus einem original SONY USB-Lader EP880, wie er z.B. mit dem XPeria Tab3 compact geliefert wird und einem SAMSUNG Galaxy Note 2.

Auf der Abbildung oben sind die Spannung und Leistungsaufnahme bei Verwendung des originalen Samsungkabels, in der Mitte ein Kabel aus dem Zubehörmarkt (Lindy 31977 – USB 2.0 Kabel Typ A / Micro-B 90°) und ganz unten bei Verwendung des mit dem Sony-Lader gelieferten Kabel, zu sehen.

Ich denke die Werte sprechen für sich. Und auch ohne genau nachgemessen zu haben, entspricht das Verhältnis der Stromstärken auch dem Verhältnis der Ladezeiten. Mit dem Sony-Kabel ist das Note nach gut 2h von 30% auf Voll geladen.

Panoramafunktion bei der NEX-5N

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Eine der schönsten und von mir wirklich genutzten Funktionen bei der Sony NEX-5N ist für mich die Panoramafunktion der Kamera. Es war auch eine der ersten Funktionen, die ich vor gut einem Jahr ausprobierte (Neues Spielzeug, neue Möglichkeiten) und die mich sofort begeisterten.

An diesem Wochenende sind mir allerdings einige Aufnahmen gelungen, die die Grenzen sehr schön zeigen. Wenn das Objekt sich zu stark bewegt (und die kleinen Optis waren eigentlich gar nicht so schnell), ist die Elektronik doch etwas überfordert. Wenn man allerdings nicht zu stark vergrößert, finde ich das Ergebnis immer noch ganz gut.

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1 Jahr Sony NEX-5N

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich über meine 10.000ste Auslösung und meine Erfahrungen mit der Sony NEX-5N bis dahin berichtet. Heute soll es eine kleine Erweiterung zum damaligen Artikel geben, da ich die NEX-5N jetzt über ein Jahr nutze, inzwischen fast 15.000 Auslösungen hatte und noch einige weitere Videominuten aufgenommen habe und vor allem einige neue Dinge, die mir gefallen oder die mich stören, gefunden habe. Zum Beginn soll kurz über einige positive Aspekte berichtet werden, danach geht es an die Kritik.

Eines der nettesten Features ist die Möglichkeit, bei schlechten Lichtverhältnissen im Anti-Bewegungs-Unschärfe-Modus zu fotografieren. Die NEX-5N nimmt dabei in schneller Folge mehrere Einzelbilder auf (nach meiner Beobachtung zwischen 3 und 6) und verrechnet diese miteinander. Das Resultat zeigt dann das Motiv des ersten Einzelbildes mit einer wesentlich größeren Schärfe, als ein bei gleichen Bedingungen aufgenommenes Bild. Damit ist es sogar möglich bewegte Objekte unter Laternenlicht aufs Bild zu bannen, so lange sie nicht quer zur Blickrichtung fahren. Grenzen zeigten sich bei zu großer Dunkelheit und teilweise beim Fotografieren von Menschen, die Gesichtszüge wurden manchmal verzerrt dargestellt und das maschinengewehrartige Klackern beim Auslösen irritierte zumindest.

Als Anschauungsbeispiel hier ein Paar Bilder:

Was mich weiterhin beeindruckt ist der recht hohe Dynamikumfang der Bilder auch als jpg und dadurch die Möglichkeit auch bei bedecktem Himmel noch recht lebendig wirkende und kontrastreiche Bilder aufzunehmen. Bei meinen älteren Kameras wirkten die Bilder bei vergleichbaren Bedingungen wesentlich flauer.

Gut würde ich auch immer noch die Videofunktion bewerten. Sicher bekommt man mit der NEX-5N keine Kinoqualität und auch im Videobereich gibt es noch Verbesserungspotential, aber es ist mehr als brauchbar, was herauskommt. Theoretisch kann mit der NEX-5N solange aufgenommen werden, bis der Chip voll ist. Praktisch kappt die Kamera die Datei aber nach 10 Minuten und fängt eine neue an, bei der Aufnahme ist davon aber nichts zu spüren. Immer wieder beeindruckt bin ich auch von der recht guten Tonqualität.

Beim Aufnehmen von Videos fangen aber auch schon die Kritikpunkte an. Die ISO-Einstellungen sind nicht veränderbar (oder habe ich es nicht gefunden?), so dass bei schlechten Lichtverhältnissen schnell nur noch zu dunkle Filme entstehen. Das ist prinzipiell vielleicht noch akzeptabel, da mit der NEX-5N ja vor allem fotografiert werden soll. Was mich aber richtig stört, ist die Tatsache, dass bei der Aufnahme auf dem Display der Film noch hell genug wirkt. Erst später bei der Kontrolle wird sichtbar, dass der Film eigentlich viel zu dunkel ist.

Ungenügend finde ich auch, dass bei einer Belichtungsreihe nur mit + oder – 0,3 variiert wird. Eine Einstellmöglichkeit dafür habe ich nicht gefunden. das konnten sogar manche von den alten Kompaktknipsen besser.

Wenig anfangen kann ich eigentlich auch mit den RAW-Bildern der NEX-5N. Bei meiner Canon EOS350D habe ich sehr viel mit den RAWs rumgespielt, bei der NEX-5N kriege ich aus den RAWs nur manchmal mehr herausgekitzelt als aus den jpgs und manchmal sogar weniger. Meist reichen die jpg für die weitere Verwendung.

Einen weiteren Punkt Abzug bekommt die NEX-5N auch für ihr Display. Schon ungefähr nach einem Monat Benutzung waren die Kanten irgendwie abgeschrammt und inzwischen sind es fast 50% des Displays. Dabei handelt es sich zwar nicht um wirkliche Kratzer im Display sondern nur in der Beschichtung desselben. Wenn das Umgebungslicht aber sehr hell ist, ist auf dem Display nicht mehr in jedem Winkel gut etwas zu erkennen. Gleichzeitig störte auch, dass sich die Beschichtung des Displays ungleichmäßig abgelöst hat und auch dadurch manchmal nichts auf dem Display zu erkennen war.

Zuletzt störte mich noch die geringe Speichergeschwindigkeit bei der gleichzeitigen Aufnahme von jpg- und RAW-Bildern. Hier kam es schnell zu einem Stau und die Kamera nahm kein neues Bild mehr auf. Hier wäre jedoch vielleicht noch zu prüfen, ob eine schnellere SD-Karte Abhilfe bringt. Ich weiß auch nicht, ob die geringe Umgebungstemperatur hier nicht auch noch eine Rolle gespielt hat.

Und zum Schluß noch ein letzter Punkt. Was ich zwischenzeitlich immer wieder einmal vermisste ist ein (optischer) Sucher. Es gab immer wieder Situationen, wo ich einen Sucher vielleicht geholfen hätte. Vor allem, wenn es darum ging, schnell bewegte Motive einzufangen oder wenn das Umgebungslicht sehr hell war. Bei den schnell bewegten Motiven merkte ich bei den Bildern, dass ich beim Mitziehen oft aus meinem gewünschten Abbildungsbereich rutsche und dazu die Kamera noch verkantete. Eine Herausforderung war dann auch noch das Zoom am großen Objektiv zu benutzen …

Und ein kleines Fazit zum Schluss: Würde ich diese Kamera wieder kaufen?

Dazu gibt es ein klares Nein für die NEX-5N, da sie für mich systembedingt einige Nachteile hat, die ich jetzt höher bewerten würde als vor einem Jahr. Das NEX-System überzeugt mich aber immer noch und die NEX-5N erzeugt Bilder von hoher Qualität unter vielen Bedingungen. Wenn ich jetzt aktuell eine neue Kamera kaufen wollte, würde es sicher wieder eine NEX werden, aber wohl eher die NEX-6 mit ihrem Sucher.

10.000 Auslösungen mit der Sony NEX-5N

Seit Anfang Januar nutze ich als (fast) ausschließlich verwendete Kamera eine NEX-5N von Sony und habe vor einer Woche die 10.000ste Auslösung hinter mich gebracht. Zeit für ein kleines Fazit.

Analoge Vorgeschichte

Daher zu Anfang ein kleines bisschen Geschichte. Ich fotografiere seit mehr 20 Jahren. Meine erste eigene Kamera war eine Praktica BX20, die ich 1988 oder 1989 kaufte, kurz bevor der berühmte eiserne Vorhang fiel.

Mit dieser Kamera fotografierte ich zuerst auf ORWO Schwarz-Weiß-Film, später kamen dann Farbfilme und Diafilme dazu. Die Kamera begleitete mich auch auf den ersten Fahrradreisen nach Skandinavien und Island.

1995 löste eine Canon EOS500 die Praktika ab, später folgte noch eine EOS550 und irgendwann ließ ich Farbfilm weg und fotografierte nur noch auf Diafilm. Zu den beiden Spiegelreflexen gab es auch noch Kompakte Kameras, eine einfache von Canon, die ich einmal bei einem Fotowettbewerb gewonnen hatte und eine Olympus mju, die mich insgesamt so überzeugte, daß ich sie lange parallel zu den Spiegelreflexen nutzte und einmal sogar als einzige Kamera mit zur Tour durch Schottland nahm.

Digitales Schnuppern

Mit der Digitalfotografie kam ich im April 2001 zum ersten mal in Kontakt, als mir ein Freund eine Ricoh RDC-5300 für einige Zeit borgte. Erste Ergebnisse waren übrigens Zeugnisse meiner damals existierenden Modellbahn: my Model Railroad. Aber auch erste digital-Fahrradbilder entstanden zu der Zeit: black bike in the garden.

Nach der RICOH folgten Cameras von Olympus (C-3000 Zoom und C2100UZ) im dienstlichen und im privaten Gebrauch zuerst eine NIKON E4300 sowie später die Canon Powershot A70 | Canon Powershot A85.

DSLR

Nach all diesen kleinen Kameras folgte dann erst Anfang 2006 das große Upgrade. Die A85 blieb zwar noch lange Zeit im Bestand, den Hauptteil meiner Bilder machte ich ab da allerdings mit einer Canon EOS 350D. Erst die 350D überzeugte mich von den Möglichkeiten des digitalen Fotografierens so sehr, daß ich die analoge Spiegelreflex ins Regal stellte, denn bis dahin hatte ich zumindest bei Reisen (z.B. Eine Reise in Argentinien, Chile, Bolivien) noch analog fotografiert.

Den ersten großen Einsatz hatte die EOS 350D dann im Führjahr 2006 bei meinem kleinen Roadtrip durch Osteuropa Frühjahr 06. Zur Canon EOS 350D gelangte ich, da ich aus den analogen Zeiten eine Reihe von guten Objektiven hatte und den kompletten Umstieg auf z.B. Nikon scheute und weil mich Freunde mit ihren Canon DSLR prinzipiell von der Qualität überzeugten und vor allem auch hier die Möglichkeit bestand, Objektive zu tauschen.

Die Canon hat mich von Beginn an sehr überzeugt, gegenüber den Kompakten war sie wesentlich schneller betriebsbereit, löste auch wesentlich schneller aus und vor allem war die Bildqualität wesentlich besser. All dies sind jedoch auch Punkte, die zu erwarten waren. Die Canon sorgte dann aber auch dafür, daß ich die analoge Fotografie völlig einstellte und die Menge an analoger Ausrüstung reduzierte.

Für die Canon EOS 350D kaufte ich noch zwei neue Objektive. Prinzipiell konnte ich die anlogen Objektive zwar weiter benutzen, mein Standart-Zoom von Sigma mit einem Brennweitenbereich von 28 bis 105 mm hatte aber Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit der 350D und das Superweitwinkelzoom mit 10-20 mm faszinierte mich einfach mit seinen Möglichkeiten. Vor allem bei Reisen durch weite Landschaften (wie z.B. durch Australien) schuf es völlig neue Blickwinkel und auch ein tiefes blau am Himmel.

Qual der Wahl

Nach all der Vorrede jetzt aber endlich zur Sony NEX5N. Ich überlegte schon mehr als ein Jahr, wie ich die digitale Ausrüstung optimieren könnte. Nachdem sich mein Fotostein zerlegt hatte, kaufte ich als kompaktes Modell eine Canon Powershot S95. Merkte aber schon bald, daß ich auch gerne die „große“ Kamera ersetzen wollte.

Hier stellte sich die Frage, den bisherigen Weg mit zwei verschiedenen Kameras weitergehen oder irgendetwas dazwischen suchen und in Zukunft nur noch mit einem System zu arbeiten. Systemkamera schien das Zauberwort zu sein und zu dem Zeitpunkt fand ich die Micro-Four-Thirds (MFT) oder die APS-C-Modelle von Sony und Samsung am interessantesten.

Bei Samsung war mir die Angebotspalette jedoch noch zu knapp und so richtig traute ich Samsung auch nicht zu, auch an dem diesem Thema mit voller Kraft weiterzuarbeiten. So stand nur noch die Frage MFT oder Sony. Da kam es gut, daß ich eine Sony NEX3 einige Tage testen konnte und mich dieser Test vom System prinzipiell überzeugte. Die NEX3 sagte mir allerdings nicht komplett zu, von der NEX5 kam aber gerade der Nachfolger NEX5 N und diese wurde es dann.

Vor- und Nachteile der Sony NEX-5N

Was mich von Anfang an vom NEX-System überzeugte, war die Verbindung eines relativ großen Sensors (APS-C – Format und damit so groß wie in vielen klassischen DSLR und auch bei meiner alten Canon EOS 350D) mit einem sehr kleinen Gehäuse. Dazu auch die kleinen Objektive wie z.B. das Pancake 16er. Dem gegenüber steht aber z.B. die teilweise sehr umständliche Menüführung, die auch durch den Touchscreen nicht wirklich besser wird und auch der langsame Autofokus nervt manchmal etwas.

Im Folgenden möchte ich meine Einschätzung zur Sony NEX-5N darstellen.

Gut gefallen hat mir:
+ geringe Baugröße (des Bodys)
+ sehr gute Bildqualität (bei guten Bedingungen vergrößerbar bis zum letzten Pixel)
+ sehr gute Videoqualität
+ hohe Serienbildgeschwindigkeit
+ schnelle Auslösung
+ Festlegung des Fokussierpunktes mit dem Touchscreen
+ gute Akkuausdauer (bei einem Einsatz nahm ich innerhalb von einer Stunde gut 500 Bilder und fast 2 Minuten Video aufnahm und der Akku dabei nur gut 25% Ladung einbüste, bei normalen Einsätzen gehen ca. 80% Ladung am Tag verloren, wenn ich insgesamt 300 bis 400 Bilder aufnehme)

Weniger gut gefallen hat mir:
– der schnell zerkratzte Touchscreen
– der manchmal irritierte und damit langsame Autofokus
– das langsame Starten der Kamera (die Kamera ist zwar relativ schnell an, benötigt aber einige Zeit, ehe der Sensor wirklich betriebsbereit ist)
– unübersichtliche Menüführung

Dazu kommen noch einige Punkte, die nicht perfekt gelöst sind, aber teilweise auch systembedingt hingenommen werden, dazu zählen z.B.
# der Sensor liegt frei, wenn das Obejketiv gewechselt wird und kann leicht verschmutzen
# manchmal würde ein Sucher helfen (z.B. bei Gegenlicht oder Teleaufnahmen, evtl. auch, um Strom zu sparen)
# das Superzoom (Sony SEL-18200 Objektiv (18-200mm, F3.5-6.3, E-Mount, für Sony NEX)) ist im Verhältnis zum Body recht groß und die Kamera wird mit diesem Objektiv kopflastig – Dank seiner guten Abbildungsleitung nutze ich es inzwischen allerdings fast ausschließlich

Was ich mir noch wünschen würde neben der Verbesserung der oben genannten Negativpunkte:
* Aufnahme von Fotos während ein Video aufgenommen wird
* größerer Dynamikumfang der Bilder
* einige kleinere eher bezahlbare lichtstarke Objektive
* mehr frames bei Videoaufnahme
* eventuell noch ein GPS
und natürlich
* noch mehr Akkuausdauer

Viele der entstandenen Bilder sind übrigens hier zu finden: B3B.