Bäckerei Nachtigall

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Schon lange schwebt mir eine Serie über Bäcker aus Brandenburg und den angrenzenden Regionen und deren Backwaren vor. Wobei das Hauptaugenmerk auf den kleinen Bäckereien liegen soll. Natürlich gehört zu so einer Serie auch ein kleiner Test, wobei der Geschmackstest natürlich rein subjektiv ausfällt und nichts über die generelle Qualität von Kuchen oder Brot/Brötchen aussagt.

Beginnen möchte ich heute mit einer kleinen Bäckerei aus Finowfurt (Gemeinde Schorfheide). Während es früher im Dorf an fast jeder Ecke einen Bäcker gab und um 1989 immerhin noch drei, ist heute nur noch die Bäckerei Nachtigall in der Melchower Str. 18 übrig geblieben.

Ich kann mich erinnern, dass wir früher die Bäckerei Nachtigall vor allem wegen des guten Brots besucht haben. Für den Kuchenkauf gingen wir lieber eine Querstraße weiter zur Bäckerei Günther. Dort gab es eine Eierschecke, die immer noch ihresgleichen sucht.

Die Bäckerei Nachtigall hatte ich einige Jahre aus den Augen verloren. Nach einem Hinweis meines Bruders war ich aber in diesem Frühjahr mal wieder da und kaufe inzwischen wieder gerne und häufiger dort ein. Manchmal ist es nur ein (Misch-)Brot. Manchmal kommt aber auch ein Pfannkuchen oder ein Spritzkuchen hinzu. Und heute griff ich zusätzlich noch zu einem Stück Eierschecke.

Pfannkuchen und Spritzkuchen versuche ich immer, wenn ich einen neuen Bäcker sehe, weil ich sie sehr gerne esse. Die Pfannkuchen und Spritzkuchen von Nachtigall kamen mir auf den ersten Blick etwas trocken vor. Das änderte sich aber, sowie ich hinein gebissen hatte. Denn hinter dieser trockenknusprigen sehr dünnen Hülle sind beide saftig und auch der Teig schmeckt sehr gut. Bei beiden stimmen auch Menge und Konsistenz des Zuckerguss. Und der Pfannkuchen ist natürlich mit Pflaumenmuss gefüllt, so wie es sich gehört. Beide sind also eine klare Empfehlung.

Die Eierschecke war dagegen nicht ganz so mein Ding. Der Boden war dünn und angenehm kross, die Deckschicht traf aber leider nicht so meinen Geschmack. Ich würde sie also nicht unbedingt wieder kaufen.

Trotz allem bleibt die Bäckerei Nachtigall eine klare Empfehlung und ich hoffe, der Generationswechsel ist geklärt und wir können noch lange dort einkaufen.

Musik muß fordern …

Vor einiger Zeit hatte ich im Zusammenhang mit einer Kritik zu einer neuen Scheibe von Thurston Moore und damit zu Sonic Youth die Aussage „Musik muß fordern … “ gelesen, die mir seitdem auch nicht mehr aus dem Kopf geht.

Bewußt wurde es mir nicht erst seitdem ich Sonic Youth, The Birthdayparty, PJ Harvey oder Swans hörte, sondern auch als ich Graveyard oder The Picturebooks für mich entdeckte. Der Ausspruch trifft aber wohl für kaum eine andere Band so zu wie für die Einstürzenden Neubauten.

Die Neubauten begleiten mich schon fast seit den ersten Tagen meines sich langsam entwickelnden Interesses an Musik in der zweiten Hälfte der 80er. Gerade die ersten Scheiben habe ich über die mehrfach überkopierten Tonträger rauf und runter gehört. Armenia war z.B. eines der Stücke, die sich mir ins Hirn gebrannt haben.

Vor Kurzem entdeckte ich allerdings keinen neuen Tonträger sondern das Buch: Nur was nicht ist ist möglich. In diesem Buch von 2006 wird durch einen Zusammendschnitt von 49 Einzelinterviews die Geschichte der Neubauten nachgebildet, gleichzeitig aber auch (politische) Zustände aus den 80ern odet 90ern geschildert, die zumindest mir so nie so klar waren.

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Das Buch ist gleichzeitig eine Reise in das Berlin bzw. die Welt der 80er und 90er mit den Beschränktheiten und auch den politischen Entwicklungen und in die Klangwelten der Neubauten. Für mich war es so faszinierend, daß ich es innerhalb einer Woche schon zu 2/3 durch habe. Mein letztes Buch habe ich, obwohl es mich auch sehr interessierte irgendwo in der Mitte aufgegeben zu lesen.

Nur was nicht ist ist möglich – Die Geschichte der Einstürzenden Neubauten Taschenbuch – 10. Oktober 2006
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Bosworth Music (10. Oktober 2006)
ISBN-10: 3865432875
ISBN-13: 978-3865432872